Zwei Hafenstädte, ein Feindbild. Die „Gelbe Gefahr“ in San Francisco und Wladiwostok um 1900
Vortrag von Prof. Dr. Sören Urbansky
Stereotype sind keine bloßen Spiegel gesellschaftlicher Wahrnehmungen, sondern wirken aktiv an der Herstellung und Stabilisierung sozialer Ordnungen mit. Unter dem Schlagwort der ‚gelben Gefahr‘ wurden chinesische Migranten in den Pazifikstädten San Francisco und Wladiwostok als hygienische, moralische und soziale Bedrohung konstruiert. Diese Zuschreibungen blieben nicht auf der Ebene des Diskurses, sondern materialisierten sich in Quarantänemaßnahmen, polizeilicher Überwachung und urbaner Segregation. Der Vergleich der beiden Hafenstädte zeigt, wie die amerikanische und die russische Aufnahmegesellschaft unterschiedliche Ausprägungen derselben sinophoben Deutungsmuster hervorbrachten und wie chinesische Migranten auf diese Ausgrenzungen reagierten, eigene Handlungsspielräume entwickelten und über den Pazifik hinweg Erfahrungen und Strategien austauschten.
Einlass ist ab 18.30 Uhr bis maximal zum Veranstaltungsbeginn. Die Zahl der Sitzplätze ist begrenzt. Der Zugang zum Haus ist nicht barrierefrei.
Die Veranstaltungen werden mit Foto und Video dokumentiert. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich mit der Aufzeichnung und deren Nutzung im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Historischen Kollegs.