Aktuelles

Neue Fellows für das Kollegjahr 2020/2021 berufen

Am 8. November 2019 hat das Kuratorium des Historischen Kollegs die Junior und Senior Fellowships für das 41. Kollegjahr 2020/2021 (Beginn 1. Oktober 2020) vergeben.

Als Senior Fellows werden in der Kaulbach-Villa zu folgenden Themen arbeiten:

  • Prof. Dr. Bernhard Rieger (Leiden) über "Making Society Work Again. Workfare in Transatlantic Context Since the Sixties"; Herr Rieger erhält das Stipendium des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin beim Historischen Kolleg,
  • Prof. Dr. Petra Sijpesteijn (Leiden) über "Righting Wrongs: Justice and Redress in the Early Islamic Empire"; Frau Sijpesteijn ist Stipendiatin der Ippen Stiftung,
  • Prof. Dr. Claudia Zey (Zürich) über "Stellvertretung im Mittelalter – Konzeption und Funktionalität repräsentativer Herrschaft", Frau Zey ist Stipendiatin der Fritz Thyssen Stiftung.

Folgende Junior Fellows bereiten 2020/2021 am Historischen Kolleg den Abschluss ihrer Habilitation zu diesen Themen vor:

  • Dr. Philipp Lenhard (LMU München) über "Wahlverwandtschaften – Eine jüdische Kulturgeschichte der Freundschaft im 20. Jahrhundert"; Herr Lenhard ist Stipendiat der Gerda Henkel Stiftung,
  • Dr. Susanne Schregel (Köln) über "Un/Doing Differences. Eine Geschichte der Intelligenz (Deutschland, Großbritannien, ca. 1880–1990)", Frau Schregel ist Stipendiatin des Historischen Seminars der LMU und des Freundeskreises des Historischen Kollegs.

Mit den neuen Fellows sind seit der Gründung des Historischen Kollegs im Jahr 1980 insgesamt 163 Stipendiatinnen und Stipendiaten in den Genuss eines einjährigen Stipendiums gelangt.

Ulinka Rublack mit dem Preis Historischen Kollegs 2019 ausgezeichnet

Die in Cambridge lehrende deutsche Frühneuzeithistorikerin Ulinka Rublack wurde mit dem "Preis des Historischen Kollegs" geehrt. Die zum dreizehnten Mal verliehene und mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung gilt als der deutsche Historikerpreis. Ulinka Rublack erhält sie vornehmlich für ihr Buch "Der Astronom und die Hexe. Johannes Kepler und seine Zeit" (Klett-Cotta: Stuttgart 4. Auflage 2019).

Zum vierten Mal stellte die Alfred und Cläre Pott-Stiftung die Dotierung zur Verfügung. Sie ist benannt nach dem Gründungsvorstand der Ruhrgas AG, Dr. Alfred Pott (1882–1951) und seiner Ehefrau Cläre.

Der Kuratoriumsvorsitzende des Historischen Kollegs, Martin Schulze Wessel, betonte in seiner Begrüßung im Plenarsaal der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in der Münchner Residenz: "Die Auszeichnung von Ulinka Rublack zeigt, wenn man den Historikerpreis auch als Seismographen für Veränderungen im Fach verstehen möchte, welche enormen Erweiterungen die Geschichtswissenschaft in den vergangenen Jahrzehnten erfahren hat. In ihr Werk sind Methoden und Theorien aus vielen innovativen Bereichen unserer Disziplin – ich nenne die Wissenschafts- die Geschlechter-, die Mikro- und die Kulturgeschichte sowie den Material Turn – eingeflossen und haben es erst möglich gemacht, dieses ebenso spannende wie erkenntnisreiche Buch zu schreiben".

Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler, unterstrich: "Das Historische Kolleg trägt mit seinen vielfältigen Veranstaltungen und insbesondere auch Auszeichnungen und Stipendien wesentlich dazu bei, unser Geschichtsbewusstsein zu erweitern. Für mich als Historiker ist das von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Schließlich ist unsere Geschichte mehr als nur etwas, das war. Sie gibt Orientierung, kann mahnen und uns helfen, unser Heute zu verstehen. Mit der Verleihung des deutschen Historikerpreises setzt das Historische Kolleg ein deutliches Zeichen für die Bedeutung historischer Forschung und Literatur. Der diesjährigen Preisträgerin Prof. Dr. Ulinka Rublack gratuliere ich herzlich!"

In ihrer Laudatio auf die Preisträgerin Ulinka Rublack sagte Birgit Emich, Mitglied des Kuratoriums und Professorin für Frühe Neuzeit an der Goethe-Universität Frankfurt am Main: "Geehrt wird mit Ulinka Rublack eine Forscherpersönlichkeit, deren Werk durch ein ungewöhnliches Gespür für Quellen, methodischen Scharfsinn und darstellerische Eleganz geprägt ist. All dies kulminiert in ihrem Buch über Keplers Mutter: Gestützt auf die Prozessakten des Falles, in dem Johannes Kepler seine Mutter verteidigte, rekonstruiert sie das Schicksal einer ganzen Familie unter dem Druck der Hexereianklage. Dabei entsteht ein Panorama frühneuzeitlicher Lebenswelten, das von der schwäbischen Kleinstadt bis zum Hof des Kaisers reicht, Gender-, Kriminalitäts- und Hexenforschung mit Fragen der Alltags- wie der Wissenschaftsgeschichte verbindet und aus alledem ein derart anschauliches Bild webt, dass ihr historisches Familiendrama mittlerweile den Weg auf die Opernbühne gefunden hat."

Ihren Festvortrag widmete Ulinka Rublack dem Thema "Musik aus den Sternen: Zum 400-jährigen Jubiläum von Keplers Weltharmonik". Unter anderem fragte sie danach, welche Bedeutung Johannes Kepler (1571–1630) für unsere heutige Zeit habe. Bei ihm hätten sich tiefe Religiosität und wissenschaftliche Rationalität keineswegs ausgeschlossen. Im Gegenteil: Auf der Basis seines Harmoniebegriffs habe er die Regelhaftigkeit der Umlaufbahnen der Planeten "als Feier des göttlichen Schaffens in all seiner Schönheit und Kreativität" beschrieben. Die Beschäftigung mit diesen Phänomenen sei für Kepler zentrale Aufgabe einer systematisch wie ergebnisoffen forschenden Wissenschaft gewesen. Sein reiches Oeuvre, so Rublacks Fazit, fordere auch nach 500 Jahren dazu heraus, sich damit auseinanderzusetzen.

Mit dem Preis des Historischen Kollegs wurden seit 1983 der Althistoriker Alfred Heuß, die Mediävisten Arno Borst und Johannes Fried, der Sozialhistoriker Michael Mitterauer, die Neuzeithistoriker Reinhart Koselleck, Thomas Nipperdey und Wolfgang Reinhard sowie der Ägyptologe und Kulturhistoriker Jan Assmann ausgezeichnet. Zuletzt erhielten den Historikerpreis Gerhard A. Ritter (2007), Christopher Clark (2010), Barbara Stollberg-Rilinger (2013) und Karl Schlögel (2016).

Bilder der Preisverleihung

Verleihung des Preises des Historischen Kollegs 2019 (v.l.n.r.): Kuratoriumsvorsitzender Martin Schulze Wessel, Preisträgerin Ulinka Rublack, Laudatorin Birgit Emich und Wissenschaftsminister Bernd Sibler

Historisches Kolleg begrüßt sechs neue Jahresfellows

Zum 40. Kollegjahr (2019/2020) kann das Historische Kolleg drei Senior und drei Junior Fellows in der Kaulbach-Villa begrüßen. In den kommenden zwölf Monaten werden sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Ruhe ihren Forschungsprojekten widmen können:

  • Dr. Pascal Firges untersucht "Die Kultur der Ehe und außereheliche Beziehungen in der französischen höfischen Gesellschaft des 17. und 18. Jahrhunderts". Er kommt vom Deutschen Historischen Institut Paris nach München. Sein Stipendium wird von der Gerda Henkel Stiftung finanziert.

  • Dr. Fabian Krämer forscht über das Thema "Before the Two Cultures. How the Sciences and the Humanities Grew Apart". Er ist wissenschaftlicher Assistent an der LMU München. Sein Fellowship finanziert der Freundeskreis des Historischen Kollegs.

  • Juniorprofessor Dr. Patrick Merziger widmet sich in seinem Forschungsvorhaben dem Thema "Großmacht der Menschlichkeit. Humanitäre Hilfe der Bundesrepublik Deutschland 1951–1994". Er ist Juniorprofessor für Mediengeschichte an der Universität Leipzig. Patrick Merziger ist Fellow des Historischen Seminars der LMU und des Freundeskreises des Historischen Kollegs.

  • Professor Dr. Ute Schneider beschäftigt sich mit dem Forschungsprojekt "Modellierung der Welt. Die Internationale Weltkarte (IWK) im Zeitalter der Territorialität (1890–1970)". Sie ist Professorin für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Duisburg-Essen. Ute Schneider hat das Fellowship des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin beim Historischen Kolleg inne.

  • Professor Dr. Dorothea Weltecke erforscht "Die drei Ringe: Religiöse Komplexität und die Entstehung der Religionen (8. bis 15. Jahrhundert)". Sie ist Professorin für Mittelalterliche Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Ihr Fellowship finanziert die C.H.Beck Stiftung.

  • Das Projekt von Professor Dr. Martin Zimmermann trägt den Titel "'Lost cities' – Wahrnehmung von und Leben mit verlassenen Städten in antiken Kulturen". Er ist Professor für Alte Geschichte an der LMU München. Sein Stipendium wird von der Fritz Thyssen Stiftung finanziert.

Alle Fellows werden ihre Forschungsvorhaben dem Fachpublikum und der interessierten Öffentlichkeit in einem Vortrag am Historischen Kolleg (Kaulbachstr. 15, 80539 München) vorstellen. Die Senior Fellows führen zudem eine wissenschaftliche Fachtagung durch. Veranstaltungstermine und weitere Informationen zu den Stipendiatinnen und Stipendiaten finden Sie auf der Homepage des Historischen Kollegs.

Die Jahresfellows 2019/2020 (v.l.n.r.) Professor Dr. Martin Zimmermann, Dr. Pascal Firges, Professor Dr. Dorothea Weltecke, Professor Dr. Ute Schneider, Dr. Fabian Krämer und Juniorprofessor Dr. Patrick Merziger werden vom Vorsitzenden des Kuratoriums des Historischen Kollegs, Martin Schulze Wessel begrüßt
Die Jahresfellows 2019/2020 (v.l.n.r.) Professor Dr. Martin Zimmermann, Dr. Pascal Firges, Professor Dr. Dorothea Weltecke, Professor Dr. Ute Schneider, Dr. Fabian Krämer und Juniorprofessor Dr. Patrick Merziger werden vom Vorsitzenden des Kuratoriums des Historischen Kollegs, Martin Schulze Wessel begrüßt

Internationaler Forschungspreis 2020 ausgeschrieben

Die Max Weber Stiftung (MWS) – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland und das Historische Kolleg schreiben im Jahr 2019 bereits zum vierten Mal ihren Internationalen Forschungspreis aus. Der Preis würdigt herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Gastländern bzw. Gastregionen der Institute der Max Weber Stiftung, die wesentliche Beiträge zu einer international ausgerichteten geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschung geleistet haben. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert.

Mit dem Preis verbunden ist die freibleibende Einladung zu einem Forschungsaufenthalt in München und zur Durchführung eines internationalen Kolloquiums am Historischen Kolleg in München.

Nominierungsberechtigt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Forschungseinrichtungen in Deutschland. Nominiert werden können Akademikerinnen und Akademiker mit internationaler Reputation und einschlägiger Forschungstätigkeit, deren wissenschaftliche Verortung sowie deren Lebensmittelpunkt in einem Gastland bzw. einer Gastregion der MWS-Institute und -Büros liegen. Die Bewerbungsfrist für eine Nominierung endet am 15. November 2019.

Bisher erhielten den Preis die US-amerikanische Historikerin Isabel V. Hull, der französische Kunsthistoriker und Philosoph Georges Didi-Huberman sowie die französische Historikerin Hélène Miard-Delacroix.

Die Preisträgerin/der Preisträger wird von einer paritätisch besetzten Jury der Max Weber Stiftung und des Historischen Kollegs ausgewählt.

Informationen finden Sie unter: http://www.maxweberstiftung.de/foerderung/internationaler-forschungspreis.html

Flyer

 

Ulinka Rublack erhält den Preis des Historischen Kollegs 2019

Mit dem Preis des Historischen Kollegs wird in diesem Jahr die Frühneuzeithistorikerin Ulinka Rublack (University of Cambridge) ausgezeichnet. Sie erhält die Auszeichnung vornehmlich für ihr Buch „Der Astronom und die Hexe. Johannes Kepler und seine Zeit“ (Klett-Cotta: Stuttgart, 4. Auflage 2019). Der zum 13. Mal verliehene Preis ist mit 30.000 Euro dotiert und hat sich als der deutsche Historikerpreis etabliert.

Die in Cambridge lehrende deutsche Historikerin Ulinka Rublack entfaltet auf der Basis einer einzigartig dichten Quellenlage eine bislang wenig bekannte Episode der Biografie des berühmten Astronomen Johannes Kepler (1571–1630): Im Jahr 1615, kurz vor Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges, wird seine verwitwete Mutter Katharina in Leonberg der Hexerei bezichtigt und angeklagt. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere übernimmt Kepler ihre Verteidigung vor Gericht. Er will erreichen, dass sie freigesprochen wird.

Was bedeutet der Vorwurf der Hexerei für die Beschuldigten und ihre Angehörigen in einer Zeit, in der Aberglaube und konfessionelle Spannungen den Alltag dominierten und parallel zu aufgeklärter Wissenschaft existierten? Zudem waren die Handlungsspielräume von Frauen durch Ehe, Geburt, Krankheit etc. eng begrenzt. Rublacks Buch, so das Fazit der Besprechung bei H/Soz/Kult (Andra Bendlage, 9.4.2019), verbinde „fundiertes Fachwissen mit anglo-amerikanischer Erzähltradition und macht ein komplexes wissenschaftliches Thema für ein allgemeines Publikum zugänglich“. Es diente zwischenzeitlich auch schon als Vorlage für eine Oper (keplers-trial.com). Das preisgekrönte Werk, zuerst in englischer Sprache erschienen unter dem Titel „The Astronomer and the Witch: Johannes Kepler's Fight for his Mother“ (Oxford 2015), wurde überdies ins Italienische und Chinesische übersetzt.

1967 in Tübingen geboren, studierte Ulinka Rublack in Hamburg und am Clare College in Cambridge. Seit 1996 lehrt sie Europäische Geschichte der Frühen Neuzeit am St. John’s College. Für ihre Studie „Dressing Up: Cultural Identity in Renaissance Europe“ (Oxford 2010) erhielt sie 2011 den Roland H. Bainton Prize for History. 2017 wurde sie zum Mitglied der British Academy gewählt und 2018 zeichneten sie die Alexander von Humboldt-Stiftung und die Fritz Thyssen Stiftung mit dem Reimar Lüst-Preis für ihre wissenschaftliche Vermittlungsleistung zwischen Großbritannien und Deutschland aus.

Die Dotierung des alle drei Jahre verliehenen Preises des Historischen Kollegs stellt 2019 bereits zum vierten Mal die „Alfred und Cläre Pott-Stiftung“ (www.pott-stiftung.de) zur Verfügung. Mit dem Preis wurden seit 1983 der Althistoriker Alfred Heuß, die Mediävisten Arno Borst und Johannes Fried, die Neuzeithistoriker Reinhart Koselleck, Thomas Nipperdey und Wolfgang Reinhard sowie der Ägyptologe und Kulturhistoriker Jan Assmann ausgezeichnet. Zuletzt erhielten den Historikerpreis der Wirtschafts- und Sozialhistoriker Michael Mitterauer (2004), die Neuzeithistoriker Gerhard A. Ritter (2007) und Christopher Clark (2010), die Frühneuzeithistorikerin Barbara Stollberg-Rilinger (2013) sowie der Osteuropahistoriker Karl Schlögel (2016).

Die Verleihung des Preises findet am 8. November 2019 im Rahmen einer Festveranstaltung in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München statt.

Dokumentationen aller bisherigen Preisverleihungen können auf der Homepage des Historischen Kollegs abgerufen werden.

Ulinka Rublack erhält den Historikerpreis 2019 (Foto: Graham CopeKoga)
Ulinka Rublack erhält den Historikerpreis 2019
(Foto: Graham CopeKoga)

Todd Weir offiziell an der Universität Groningen eingeführt

Mit einer feierlichen Inaugural-Vorlesung ist Todd Weir offiziell an der Universität Groningen als Professor eingeführt worden. Weir, der 2012 Honorary Fellow am Historischen Kolleg war, lehrt an der theologisch-religionswissenschaftlichen Fakultät der niederländischen Hochschule seit September 2016 Geschichte des Christentums und der modernen Kulturen. Er ist Direktor des dortigen "Centre for Religion and Heritage". In seiner Antrittsvorlesung beschäftigte sich Weir mit dem Thema "What might a joint history of Christianity and secularism look like? The case of worldview". Seine unter anderem am Historischen Kolleg entstandene Monografie "Secularism and Religion in Nineteenth-Century Germany. The Rise of the Fourth Confession" (New York 2014)  wurde 2017 mit dem Jacques Barzun Preis ausgezeichnet.

Professor Dr. Todd Weir wurde mit einer Inaugural-Vorlesung offiziell an der Universität Groningen eingeführt

Korinna Schönhärl mit Sonderpreis des Programms "Geisteswissenschaften International" geehrt

Korinna Schönhärl erhält für ihre am Historischen Kolleg abgeschlossene Habilitationsschrift "Finanziers in Sehnsuchtsräumen. Europäische Banken und Griechenland im 19. Jahrhundert" den Sonderpreis des Programms "Geisteswissenschaften International". Die Geehrte war 2016/2017 Junior Fellow in der Kaulbach-Villa. Ihre Studie erschien 2017 in der Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

In der Begründung der Jury heißt es unter anderem: "Wie stark ökonomische Entscheidungen auf Phantasien und Emotionen, auf riskantem Ehrgeiz und nicht immer sonderlich vernünftigen Hoffnungen beruhen: Das zeigt dieses packend und anschaulich erzählte Buch. Als wegweisende historische Habilitationsschrift verwandelt es wirtschaftshistorische Fragestellungen in einen originellen Beitrag zur europäischen Geschichte des Risikos".

Die Fritz Thyssen Stiftung, die VG Wort, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und das Auswärtige Amt fördern mit dem Programm "Geisteswissenschaften International" die Übersetzung geistes- und sozialwissenschaftlicher Werke. Gefördert wird in diesem Fall die Finanzierung einer englischen Übersetzung, die 2020 beim Londoner Verlag Routledge erscheinen wird.

Korinna Schönhärl war - unterbrochen vom Aufenthalt am Historischen Kolleg - von April 2009 bis Februar 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte der Universität Duisburg-Essen. Seit März 2018 ist sie Leiterin des Heisenberg-Projekts "Internationale Kulturgeschichte der Steuermoral" an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Im Wintersemester 2018/2019 war sie im Rahmen des Minerve-Programms Gastprofessorin an der Universität Lyon 2.

Korinna Schönhärl, Junior Fellow des Kollegjahres 2016/2017, erhält den Sonderpreis des Programms "Geisteswissenschaften International"

Magnus Ressel erhält Max-Weber-Nachwuchspreis

Magnus Ressel, Förderstipendiat des Historischen Kollegs im Jahr 2015/2016, wurde mit dem Max-Weber-Preis für Nachwuchsforschung ausgezeichnet. Er erhielt den Preis für seine unter anderem in der Kaulbach-Villa entstandene Habilitation zum Thema "Ein privilegiertes Händlernetz an der Lagune: Die 'Nazione Alemana' in Venedig und der deutsch-italienische Handel von 1648-1806". Das Max-Weber-Kolleg und die Universität Erfurt ehren mit der Auszeichnung herausragende Arbeiten von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern, die sich interdisziplinär mit kultur- und sozialwissenschaftlichen Themen beziehungsweise mit Fragen aus dem Bereich der Soziologie, Geschichtswissenschaft, Religionswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaft, Philosophie oder Theologie beschäftigt haben. Der von der Sparkassenstiftung Erfurt geförderte Preis in Höhe von 1.500 Euro besteht entweder in einem Druckkostenzuschuss oder in einem einmonatigen Aufenthalt am Erfurter Max-Weber-Kolleg.

Magnus Ressel wurde für seine Habilitation mit dem Max-Weber-Nachwuchspreis ausgezeichnet

Fellowships für das Kollegjahr 2020/2021 ausgeschrieben

Für den Zeitraum vom 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021 (41. Kollegjahr) vergibt das Historische Kolleg insgesamt bis zu sechs ganzjährige Senior und Junior Fellowships. Die Fellows können sich – befreit von universitären Lehr- und Verwaltungsaufgaben – während des Kollegjahres in einem Arbeitszimmer in der Kaulbach-Villa ganz auf ihr wissenschaftliches Vorhaben konzentrieren. Hierbei werden sie vom Personal sowie den studentischen Hilfskräften des Kollegs unterstützt. Jeder Fellow präsentiert während des Kollegjahres bei einem öffentlichen Vortrag in der Kaulbach-Villa sein Thema.

Während des Aufenthalts am Historischen Kolleg besteht Residenzpflicht in München. Die Geschäftsstelle des Kollegs ist bei der Wohnungssuche behilflich. Zuschüsse zu den Umzugs- und Mietkosten werden gewährt.

Neben den ganzjährigen Senior und Junior Fellowships vergibt das Historische Kolleg zudem für kürzere Zeiträume mehrere Honorary Fellowships.

Senior Fellowships

Die Senior Fellowships richten sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller historischen Fächer, die an Universitäten oder  außeruniversitären Forschungseinrichtungen tätig und durch herausragende Forschungsleistungen ausgewiesen sind. Sie dienen zum Abschluss einer großen wissenschaftlichen Monografie. Die Senior Fellows können während des Kollegjahres ein fachwissenschaftliches Kolloquium zu ihrem Forschungsthema durchführen. Die Ergebnisse der Tagung werden – unter redaktioneller Betreuung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Historischen Kollegs – in der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“ publiziert. Von deutschen Senior Fellows wird erwartet, dass sie von ihrer Universität oder Forschungseinrichtung für das Kollegjahr unter Fortzahlung der Bezüge beurlaubt werden. Das Kolleg übernimmt für sie Vertretungskosten. Derzeit stellen die Fritz Thyssen Stiftung, der Freistaat Bayern und das Institut für Zeitgeschichte München–Berlin Mittel für die Dotierung des Senior Fellowships zur Verfügung. Das Senior Fellowship des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) beim Historischen Kolleg wird epochenspezifisch für Forschungen zum „langen 20. Jahrhundert“ vergeben.

Junior Fellowships

Die Junior Fellowships richten sich an Post-Doktorandinnen und -Doktoranden aller historischen Fächer. Sie dienen dem Abschluss der Habilitationsschrift. Die Vergütung dieser Stipendien orientiert sich an der W 2-Besoldung. Derzeit dotieren unter anderem die Gerda Henkel Stiftung, das Deutsche Stiftungszentrum (DSZ), das Historische Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität und der Freundeskreis des Historischen Kollegs die Junior Fellowships.

Honorary Fellowships

Die Honorary Fellowships richten sich an Gelehrte aus dem In- und Ausland. Sie dienen dem konzentrierten Schreiben an einem wissenschaftlichen Werk sowie der Archiv- und Bibliotheksrecherche in München. Honorary Fellows können für den Zeitraum von maximal sechs Monaten kostenlos im Historischen Kolleg wohnen und arbeiten. Eine Vergütung wird nicht gewährt.

Die Bewerbungsfrist endet am 30. April 2019. Alle Bewerbungen werden vertraulich behandelt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Bewerbungen sind postalisch oder per E-Mail an den Geschäftsführer des Historischen Kollegs, Dr. Karl-Ulrich Gelberg, Kaulbachstraße 15, 80539 München, karl-ulrich.gelberg@historischeskolleg.de zu richten.

Nähere Informationen zu den verschiedenen Förderformaten und den Vergaberichtlinien finden sich auf der Homepage des Historischen Kollegs.

Plakat zur Ausschreibung für das Kollegjahr 2020/2021

Kolloquiumsband über Medizin und öffentliche Gesundheit erschienen

Über staatlich verordnete Public-Health-Maßnahmen wird in Politik und Wissenschaft gegenwärtig ebenso diskutiert wie über den Umgang mit Gesundheits-Apps und anderen Formen der (Selbst-)Kontrolle und Optimierung. Vor dem Hintergrund dieser aktuellen Herausforderungen behandelt der neue Band der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“ unter anderem Fragen der Public-Health-Ethik. Mit dem Blick in die Vergangenheit wird darüber hinaus erörtert, welche Motive für die Förderung von Gesundheit existierten, welche Muster der Kontrolle von Krankheiten in den Städten und bei Epidemien vorherrschend waren, wie der Vorsorgegedanke in modernen Gesellschaften gestaltet war und warum Männer als Adressaten der Gesundheitsförderung spät entdeckt wurden.

Der von Heinz-Peter Schmiedebach herausgegebene Sammelband enthält zwölf Aufsätze von renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu den Themen „Öffentliche Gesundheit“ und „Gesundheitsaufklärung“ in historischer Perspektive. Er geht auf eine Tagung zurück, die der Berliner Medizinhistoriker im November 2016 anlässlich der Verleihung des „Preises der Historischen Kollegs“ in der Münchner Kaulbach-Villa abgehalten hat.

„Medizin und öffentliche Gesundheit. Konzepte, Akteure, Perspektiven“ ist als Band 98 der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“ im Verlag De Gruyter/Oldenbourg erschienen. Eine Übersicht über die gesamte Reihe sowie zahlreiche Bände als pdf-Datei zum kostenlosen Herunterladen und Durchsuchen finden sich auf der Homepage des Historischen Kollegs.

 

Heinz-Peter Schmiedebach (Hg.): Medizin und öffentliche Gesundheit. Konzepte, Akteure, Perspektiven. Berlin/Boston 2018, X, 245 S., ISBN 978-3-11-055980-4, 74,95 €

Band 98 in der Reihe "Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien" beschäftigt sich mit Medizin und öffentlicher Gesundheit

Fellows für das Kollegjahr 2019/2020 berufen

Das Kuratorium des Historischen Kollegs hat die Fellowships für das 40. Kollegjahr (1. Oktober 2019 bis 30. September 2020) vergeben.

Als Senior Fellows werden in der Kaulbach-Villa zu folgenden Themen arbeiten:

  • Professor Dr. Ute Schneider (Duisburg-Essen) über „Modellierung der Welt. Die Internationale Weltkarte (IWK) im Zeitalter der Territorialität (1890–1970)“; Frau Schneider erhält das Stipendium des Instituts für Zeitgeschichte beim Historischen Kolleg,
  •  Professor Dr. Dorothea Weltecke (Frankfurt am Main) über „Die drei Ringe: Religiöse Komplexität und die Entstehung der Religionen (8. bis 15. Jahrhundert)“; Frau Weltecke ist Stipendiatin der C.H.Beck Stiftung,
  •  Professor Dr. Martin Zimmermann (LMU München) über „‚Lost cities‘ – Wahrnehmung von und Leben mit verlassenen Städten in antiken Kulturen“; Herr Zimmermann ist Stipendiat der Fritz Thyssen Stiftung.

Folgende Junior Fellows bereiten 2019/2020 am Historischen Kolleg den Abschluss ihrer Habilitation zu diesen Themen vor:

  • Dr. Pascal Firges (Paris) über „Noble Mistresses: The Culture of Marriage and Extramarital Relationships in French Court Society“; Herr Firges ist Stipendiat der Gerda Henkel Stiftung,
  • Dr. Fabian Krämer (LMU München) über „Before the Two Cultures. How the Sciences and the Humanities Grew Apart“; Herr Krämer ist Stipendiat des Freundeskreises des Historischen Kollegs,
  • Juniorprofessor Dr. Patrick Merziger (Leipzig) über „‚Großmacht‘ der Menschlichkeit. Humanitäre Hilfe der Bundesrepublik Deutschland 1951–1994“; Herr Merziger ist Stipendiat des Historischen Seminars der LMU und des Freundeskreises des Historischen Kollegs.

Mit den neuen Fellows sind seit der Gründung des Historischen Kollegs im Jahr 1980 insgesamt 158 Stipendiatinnen und Stipendiaten in den Genuss eines einjährigen Stipendiums gelangt.

Beginn des Kollegjahrs 2018/2019: Fünf neue Fellows forschen in den kommenden zwölf Monaten im Historischen Kolleg

Das Historische Kolleg freut sich zum neuen Kollegjahr, zwei Senior Fellows und drei Junior Fellows in der Münchner Kaulbach-Villa begrüßen zu dürfen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden die Zeit bis September 2019 am Historischen Kolleg nutzen, um sich in Ruhe ihren Projekten zu widmen:

  • Dr. Heinrich Hartmann beschäftigt sich mit der "Konstruktion der Moderne im anatolischen Dorf. Modernisierungsdiskurse und Praktiken von ‘Rural Development‘ in der Türkei, 1947 bis 1980". Er ist Assistent an der Universität Basel.

  • Dr. Mathias Kluge forscht über "Verschuldete Könige: Geld, Politik und die Kammer des Reiches im 15. Jahrhundert". Er ist Akademischer Rat auf Zeit an der Universität Augsburg. Sein Stipendium wird durch das Historische Seminar der LMU und den Freundeskreis des Historischen Kollegs finanziert.

  • Dr. Ariane Leendertz untersucht "Gesellschaftliche Komplexität, globale Interdependenzen und den Wandel von Staatlichkeit im späten 20. Jahrhundert". Sie ist Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Ihr Stipendium wird von der Gerda Henkel Stiftung getragen.

  • Professor Dr. Gabriele Lingelbach widmet sich in ihrem Projekt dem Thema "Deutschland in der Welt – die Welt in Deutschland. Eine Globalgeschichte Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert". Sie ist Inhaberin der Professur für Geschichte der Neuzeit an der Universität Kiel. Gabriele Lingelbach hat das Stipendium des Instituts für Zeitgeschichte beim Historischen Kolleg inne.

  • Professor Dr. Dr. Michael Stolberg arbeitet über "Gelehrte Ärzte im 16. Jahrhundert. Die Welt des Georg Handsch (1529–1578)". Er leitet das Institut für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg. Michael Stolberg ist Fellow der Fritz Thyssen Stiftung.

In den kommenden Monaten werden die Stipendiatinnen und Stipendiaten ihre Forschungsvorhaben in einem Vortrag am Historischen Kolleg dem Fachpublikum und der interessierten Öffentlichkeit präsentieren. Die Senior Fellows führen zudem internationale Tagungen durch. Aktuelle Informationen zu den Veranstaltungen und weitere Angaben zu den Fellows unter: www.historischeskolleg.de.

Die Fellows des Historischen Kollegs 2018/2019 (v.l.n.r.): Prof. Dr. Dr. Michael Stolberg, Dr. Mathias Kluge, Prof. Dr. Gabriele Lingelbach, Dr. Heinrich Hartmann mit dem Kuratoriumsvorsitzenden Prof. Dr. Martin Schulze Wessel (nicht im Bild: Dr. Ariane Leendertz)

Preis des Historischen Kollegs 2019 ausgeschrieben

Der "Preis des Historischen Kollegs", der als der deutsche Historikerpreis gilt, wird im Jahr 2019 zum dreizehnten Mal verliehen. Mit dem Preis zeichnet das Historische Kolleg das wissenschaftliche Gesamtschaffen einer Historikerin oder eines Historikers aus. Grundlage für die Auszeichnung ist ein herausragendes Werk, "das wissenschaftliches Neuland erschließt, über die Fachgrenzen hinaus wirkt, in deutscher Sprache erschienen und in seiner sprachlichen Gestaltung vorbildhaft ist". Der Preis ist mit 30.000 € dotiert. Die Mittel für die Dotierung des Preises stellt bereits zum vierten Mal in Folge die Alfred und Cläre Pott-Stiftung (Essen) zur Verfügung.

Für die Auszeichnung kommen Historikerinnen und Historiker aus dem In- und Ausland in Betracht. Vorschlagsberechtigt sind alle Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, die ein historisches Fach vertreten, außerdem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in vergleichbarer Stellung in außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie freie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Publizistinnen und Publizisten, die anerkannte historische Werke veröffentlicht haben. Es wird gebeten, diese Vorschläge bis zum 31. Dezember 2018 beim Historischen Kolleg einzureichen (Dr. Karl-Ulrich Gelberg [Geschäftsführer], Kaulbachstraße 15, 80539 München oder karl-ulrich.gelberg@historischeskolleg.de).

Der Preis des Historischen Kollegs wird von einer Auswahlkommission verliehen, die aus den Mitgliedern des Kuratoriums des Kollegs sowie drei weiteren ausgewiesenen Persönlichkeiten besteht. Eine Entscheidung fällt das Gremium Anfang Juli 2019. Die Preisverleihung in München in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ist für Freitag, 8. November 2019, vorgesehen.

Der Preis des Historischen Kollegs, der seit 1983 alle drei Jahre vergeben wird, wurde bisher an Alfred Heuß, Arno Borst, Reinhart Koselleck, Thomas Nipperdey, Johannes Fried, Jan Assmann, Wolfgang Reinhard, Michael Mitterauer, Gerhard A. Ritter, Christopher Clark, Barbara Stollberg-Rilinger und zuletzt 2016 an Karl Schlögel verliehen.

München, im September 2018

Professor Dr. Martin Schulze Wessel
Vorsitzender des Kuratoriums des Historischen Kollegs

Der Preis des Historischen Kollegs 2019 ist ausgeschrieben

Jahresbericht 2016/2017 des Historischen Kollegs erschienen

Der Bericht über das Kollegjahr 2016/2017 ist erschienen. Auf 28 Seiten werden darin die zahlreichen Veranstaltungen sowie die Fellows und deren Forschungsprojekte präsentiert. Neben weiteren Informationen zu Berufungen, Auszeichnungen, Publikationen, der Finanzierung, personellen Veränderungen und Kooperationen des Kollegs enthält die Publikation ein Interview mit einem der aktuellen Stipendiaten: Der Göttinger Neuzeit-Historiker Professor Dr. Marian Füssel erläutert sein Projekt zum Siebenjährigen Krieg, erklärt, warum er sich am Historischen Kolleg beworben hat, und skizziert seine weiteren Forschungsinteressen. Der reich bebilderte Jahresbericht steht – wie alle Berichte seit 2002 – auf der Homepage des Historischen Kollegs zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Der Jahresbericht 2016/2017 des Historischen Kollegs ist erschienen

Historikerpreisträger Assmann erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Mit dem diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels werden der Historikerpreisträger von 1998, Jan Assmann, und seine Frau Aleida Assmann ausgezeichnet. Die Ehrung findet am 14. Oktober in der Frankfurter Paulskirche statt. Die Jury würdigte das Werk der beiden als eines, das "für die zeitgenössischen Debatten und im Besonderen für ein friedliches Zusammenleben auf der Welt von großer Bedeutung" sei. Die Literaturwissenschaftlerin Aleida und der Ägyptologe Jan Assmann haben maßgebliche Arbeiten zum kulturellen Gedächtnis sowie zu antiken Hochkulturen vorgelegt. Hierfür wurden sie in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Preisen geehrt – unter anderem im vergangenen Jahr mit dem Balzan-Preis. Bereits 1998 war Jan Assmann für seine Arbeiten zum antiken Ägypten mit dem Preis des Historischen Kollegs, der als Deutscher Historikerpreis gilt, ausgezeichnet worden. In diesem Jahr erhalten Jan und Aleida Assmann den mit 25.000 Euro dotierten Friedenpreis des Deutschen Buchhandels, einer der renommiertesten deutschen Kulturpreise. Das Historische Kolleg gratuliert den Ausgezeichneten herzlich.

Historikerpreisträger Jan Assmann erhält (zusammen mit seiner Frau Aleida) den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2018

Historikerpreisträger Karl Schlögel erhält Orden Pour le mérite

Karl Schlögel, Träger des Preises des Historischen Kollegs 2016, ist zum Mitglied des Ordens Pour le mérite gewählt worden. Damit wurde dem Osteuropahistoriker eine der höchsten Auszeichnungen der Bundesrepublik Deutschland für besondere Leistungen in Kunst und Wissenschaft zuteil. Schlögel ist einer von maximal 40 inländischen Ordensträgern – unter ihnen der Regisseur Wim Wenders, der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger, die Biologin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard oder der Rechtshistoriker Michael Stolleis. Der Pour le mérite wird seit 1740 verliehen und ist heute ein vom Bundespräsident genehmigtes Ehrenzeichen, das 40 deutsche und 40 ausländische Forscher sowie Künstler auf Lebenszeit erhalten. Mit der Auszeichnung wird erneut die herausragende wissenschaftliche Leistung Karl Schlögels betont. 2016 erhielt der Viadrina-Emeritus für sein Werk „Traum und Terror. Moskau 1937“ (erschienen München 2008) den Preis des Historischen Kollegs. Im Kollegjahr 2005/2006 war Schlögel Forschungsstipendiat am Historischen Kolleg in München.

Karl Schlögel, Träger des Preises des Historischen Kollegs 2016, ist zum Mitglied des Ordens Pour le mérite gewählt worden.
Karl Schlögel, Träger des Preises des Historischen Kollegs 2016, ist zum Mitglied des Ordens Pour le mérite gewählt worden.

Kolloquiumsband über Kultur in der Sowjetunion erschienen

Welche Rolle spielten Literatur, Kunst und Musik in der Sowjetunion? Wie stark bestimmte das kommunistische Regime das Kulturleben und welche Freiräume hatten die Kulturschaffenden in der UdSSR? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich der neu erschienene Sammelband von Igor Narskij. In 15 Beiträgen setzen sich Osteuropahistorikerinnen und -historiker sowie Musikwissenschaftlerinnen und ‑wissenschaftler mit der Hochkultur in der Sowjetunion auseinander. Die alltäglichen Tätigkeiten und Prozesse stehen dabei im Fokus des Interesses. Thematisiert werden die Auswirkungen der historischen Umbrüche auf die Kultur, die Kulturpolitik und die Kulturideale in der Sowjetunion, Aspekte des Kulturtransfers, der Kulturvermittlung und der Rezeption von Kultur sowie die Rolle des Jazz als Alternativkultur.

Das Buch geht auf die Tagung zurück, die Igor Narskij im Rahmen seines Fritz Thyssen Senior Fellowships 2014/2015 am Historischen Kolleg abgehalten hat. Fast zeitgleich mit dem Kolloquiumsband ist zudem sein unter anderem am Historischen Kolleg entstandenes Opus Magnum auf Russisch erschienen, dessen Titel lautet übersetzt: "Wie die Partei das Volk zu tanzen lehrte, die Ballettmeister ihr dabei halfen, und was daraus geworden ist. Eine Kulturgeschichte der sowjetischen Amateurtanzkunst".

"Hochkultur für das Volk? Literatur, Kunst und Musik in der Sowjetunion aus kulturgeschichtlicher Perspektive" ist als Band 97 der Reihe "Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien" im Verlag De Gruyter/Oldenbourg erschienen. Eine Übersicht über die gesamte Reihe sowie zahlreiche Bände als pdf-Datei zum kostenlosen Herunterladen und Durchsuchen finden sich auf der Homepage des Historischen Kollegs.

Igor Narskij (Hg.): Hochkultur für das Volk? Literatur, Kunst und Musik in der Sowjetunion aus kulturgeschichtlicher Perspektive. Berlin/Boston 2018, XX, 315 S., ISBN 978-3-11-055649-0, 79,95 €

Der Kolloquiumsband von Igor Narskij ist erschienen
Der Kolloquiumsband von Igor Narskij ist erschienen

Forschungspreisträgerin Hélène Miard-Delacroix zu Gast am Historischen Kolleg

Im März und April sowie im September 2018 forscht Professor Dr. Hélène Miard-Delacroix am Historischen Kolleg. Die französische Deutschlandhistorikerin von der Pariser Sorbonne war im vergangenen November mit dem Internationalen Forschungspreis der Max Weber Stiftung beim Historischen Kolleg geehrt worden. Ihr dreimonatiger Gastaufenthalt in München ist Bestandteil dieser Auszeichnung. Während dieser Zeit kann sich die Neuzeithistorikerin in der Kaulbach-Villa ihren Forschungen widmen. Vom 14. bis zum 16. März 2018 veranstaltet sie zusammen mit Professor Dr. Andreas Wirsching ein internationales Kolloquium zum Thema: "Internationale Beziehungen und 'emotional regimes'. Neue Fragen an die Geschichte des Kalten Krieges".

Professor Dr. Hélène Miard-Delacroix, Trägerin des Internationalen Forschungspreises der Max Weber Stiftung beim Historischen Kolleg, ist 2018 für drei Monate Gast im Historischen Kolleg
Professor Dr. Hélène Miard-Delacroix, Trägerin des Internationalen Forschungspreises der Max Weber Stiftung beim Historischen Kolleg, ist 2018 für drei Monate Gast im Historischen Kolleg

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