Aktuelles

Kollegjahr 2017/2018 eröffnet: Historisches Kolleg begrüßt fünf neue Fellows

Zum neuen Kollegjahr freut sich das Historische Kolleg, zwei Senior und drei Junior Fellows in der Münchner Kaulbach-Villa begrüßen zu dürfen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden die Zeit bis September 2018 im Historischen Kolleg nutzen, um sich in Ruhe ihren Forschungsprojekten zu widmen:

  • Professor Dr. Marian Füssel beschäftigt sich mit dem "Siebenjährigen Krieg aus der Nähe. Eine Mikrogeschichte des Globalen". Er ist Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung der Wissenschaftsgeschichte an der Universität Göttingen. Sein Stipendium wird finanziert durch die Fritz Thyssen Stiftung.
  • Dr. Christian Jaser forscht über "Vorreiter. Agonale Sportkulturen des 15. Jahrhun­derts am Beispiel italienischer und oberdeutscher Palio- und Scharlachrennen". Er ist an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. Sein Stipendium wird durch das Historische Seminar der LMU und den Freundeskreis des Historischen Kollegs finanziert.
  • Professor Dr. Monica Rüthers erforscht das Thema "'Die Kinder sind unsere Zukunft!' – Eine Ikonografie der sowjetischen Kindheit". Sie ist Professorin für Europäische Geschichte mit Schwerpunkt Osteuropa an der Universität Hamburg. Monica Rüthers hat das Stipendium des Instituts für Zeitgeschichte beim Historischen Kolleg inne.
  • Dr. Anette Schlimm widmet sich in ihrem Projekt dem Thema "Übergangsgesellschaften. Politik und Regierung im ländlichen Raum, 1850 bis 1950". Sie kommt von der Ludwig-Maximilians-Universität München ans Historische Kolleg. Ihr Stipendium finanziert die Gerda Henkel Stiftung.
  • Dr. Johannes Wienand arbeitet zum Thema "Die Politisierung des Todes: Der Epitaphios Logos im demokratischen Athen". Er ist Akademischer Rat an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

In den kommenden Monaten werden die Stipendiatinnen und Stipendiaten ihre Forschungsvorhaben dem Fachpublikum und der interessierten Öffentlichkeit in einem Vortrag am Historischen Kolleg präsentieren. Die Senior Fellows führen zudem internationale Tagungen durch. Aktuelle Informationen zu den Veranstaltungen und weitere Angaben zu den Fellows unter: www.historischeskolleg.de.

Der Vorsitzende des Kuratoriums des Historischen Kollegs, Prof. Dr. Martin Schulze Wessel (hinten Mitte), begrüßt die Fellows des Kollegjahres 2017/2018: Prof. Dr. Marian Füssel, Dr. Christian Jaser, Prof. Dr. Monica Rüthers, Dr. Anette Schlimm und Dr. Johannes Wienand (v. l. n. r.)

Kolloquiumsband zur Krise der päpstlichen Autorität im Mittelalter erschienen

Durch die Auseinandersetzung um die rechtmäßige Besetzung des Papstthrons geriet im Mittelalter zeitweise die religiöse Ordnung aus den Fugen. Die Gewissheit, dass es nur einen unumstrittenen Nachfolger Petri gebe, ging verloren. Das Ringen zwischen verschiedenen Päpsten sorgte für große Unsicherheit und für eine Vervielfältigung der kirchlichen Ämter und Strukturen. Welche Folgen hatte diese grundlegende Krise der Kirche? Und wie gelang es, sie zu überwinden?

Harald Müller, der im Jahr 2014/2015 Senior Fellow am Historischen Kolleg war, geht in seinem soeben erschienenen Kolloquiumsband diesen Fragen sowie weiteren Aspekten des Themas nach. Unter seiner Herausgeberschaft beschäftigen sich zwölf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit den historischen, kirchenrechtlichen, ekklesiologischen, zeremoniellen und historiografischen Aspekten der mittelalterlichen Papstkrise. Das Buch geht auf die Tagung zurück, die Müller im Rahmen seines Forschungsprojektes "Gegenpäpste – Prüfsteine universaler Autorität im Mittelalter" am Historischen Kolleg abgehalten hat.

"Der Verlust der Eindeutigkeit. Zur Krise päpstlicher Autorität im Kampf um die Cathedra Petri" ist als Band 95 der Reihe "Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien" im Verlag De Gruyter/Oldenbourg erschienen. Eine Übersicht über die gesamte Reihe sowie zahlreiche Bände als pdf-Datei zum kostenlosen Herunterladen und Durchsuchen finden sich auf der Homepage des Historischen Kollegs.

Harald Müller (Hg.): Der Verlust der Eindeutigkeit. Zur Krise päpstlicher Autorität im Kampf um die Cathedra Petri. Berlin/Boston 2017, IX, 244 S., ISBN 978-3-11-046154-1, 69,95 €

Der Kolloquiumsband von Harald Müller ist erschienen
Der Kolloquiumsband von Harald Müller ist erschienen

Fellows für das Kollegjahr 2018/2019 berufen

Das Kuratorium des Historischen Kollegs hat die Senior und Junior Fellowships für das 39. Kollegjahr 2018/2019 (Beginn: 1. Oktober 2018) vergeben.

Als Senior Fellows werden in der Kaulbach-Villa zu folgenden Themen arbeiten:

  • Professor Dr. Gabriele LINGELBACH (Kiel) über „Deutschland in der Welt – die Welt in Deutschland. Eine Globalgeschichte Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert“; Frau Lingelbach erhält das Stipendium des Instituts für Zeitgeschichte beim Historischen Kolleg,
  • Professor Dr. Michael STOLBERG (Würzburg) über „Gelehrte Ärzte im 16. Jahrhundert. Die Welt des Georg Handsch (1529–1578)“; Herr Stolberg ist Stipendiat der Fritz Thyssen Stiftung.

Folgende Junior Fellows bereiten 2018/2019 am Historischen Kolleg den Abschluss ihrer Habilitation zu diesen Themen vor:

  • Dr. Heinrich HARTMANN (Basel) über „Die Konstruktion der Moderne im anatolischen Dorf. Modernisierungsdiskurse und Praktiken von ‚Rural Development‘ in der Türkei, 1947 bis 1980“,
  • Dr. Mathias KLUGE (Augsburg) über „Verschuldete Könige. Geld, Politik und die Kammer des Reiches im 15. Jahrhundert“; Herr Kluge ist Stipendiat des Historischen Seminars der LMU und des Freundeskreises des Historischen Kollegs,
  • Dr. Ariane LEENDERTZ (Köln) über „Gesellschaftliche Komplexität, globale Interdependenzen und der Wandel von Staatlichkeit im 20. Jahrhundert“; Frau Leendertz ist Stipendiatin der Gerda Henkel Stiftung.

Mit den neuen Fellows sind seit der Gründung des Historischen Kollegs im Jahr 1980 insgesamt 152 Stipendiatinnen und Stipendiaten in den Genuss eines einjährigen Stipendiums gelangt.

Martin Schulze Wessel ist neuer Vorsitzender des Kuratoriums des Historischen Kollegs

Das Kuratorium des Historischen Kollegs hat am 16. Oktober 2017 Professor Dr. Martin Schulze Wessel zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt. Der 1962 in Münster geborene Osteuropahistoriker, der dem Kuratorium seit 2010 angehört, ist seit 2003 Inhaber des Lehrstuhls für die Geschichte Ost- und Südosteuropas an der LMU München. Er ist zudem Leiter des Collegium Carolinum, einer der beiden Sprecher der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, die 2012 im Rahmen der Exzellenzinitiative an der LMU München und der Universität Regensburg entstanden ist, und der deutschen Sektion der Deutsch-Ukrainischen Historikerkommission. Von 2014 bis 2016 war er auch Vorsitzender des Historikerverbandes. Er tritt die Nachfolge von Professor Dr. Andreas Wirsching an, der dem Kuratorium des Historischen Kollegs seit 2011 vorstand und der nach zehn Jahren satzungsgemäß als persönliches Mitglied aus dem Gremium ausgeschieden ist.

Der neugewählte Kuratoriumsvorsitzende des Historischen Kollegs: Professor Dr. Martin Schulze Wessel
Der neugewählte Kuratoriumsvorsitzende des Historischen Kollegs: Professor Dr. Martin Schulze Wessel

Historikerpreisträger Assmann mit Balzan Preis geehrt

Jan Assmann, der Träger des Preises des Historischen Kollegs 1998, erhält gemeinsam mit seiner Frau Aleida Assmann den diesjährigen Balzan Preis. Die mit 750.000 Schweizer Franken (rund 660.000 Euro) dotierte Auszeichnung wird dem Ehepaar für die gemeinsame, interdisziplinäre Erarbeitung des Konzepts "kulturelles Gedächtnis" verliehen. Professor Dr. Aleida Assmann war bis zu ihrer Emeritierung Professorin für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Ihr Mann, Professor Dr. Jan Assmann, ist Honorarprofessor der Universität Konstanz und Professor emeritus am Institut für Ägyptologie der Universität Heidelberg. Für seine Forschungen bekam er 1998 den Preis des Historischen Kollegs verliehen, der als deutscher Historikerpreis gilt. Mit dem renommierten Balzan Preis werden seit 1961 jedes Jahr Persönlichkeiten vorwiegend aus den Geistes- und Naturwissenschaften ausgezeichnet. Im Jahr 1993 erhielt der Neuzeithistoriker und langjährige Kuratoriumsvorsitzende des Historischen Kollegs, Professor Dr. Lothar Gall, den internationalen Preis, drei Jahre später wurde dem Mediävist und Historikerpreisträger von 1986, Professor Dr. Arno Borst, die Auszeichnung zuerkannt. Die diesjährige Preisverleihung findet am 17. November in Bern statt.

Jan Assmann, der Träger des Preises des Historischen Kollegs 1998, erhält gemeinsam mit seiner Frau Aleida Assmann den diesjährigen Balzan Preis
Jan Assmann, der Träger des Preises des Historischen Kollegs 1998, erhält gemeinsam mit seiner Frau Aleida Assmann den diesjährigen Balzan Preis

Honorary Fellow Todd Weir erhält renommierten Buchpreis

Todd Weir, Honorary Fellow am Historischen Kolleg im Jahr 2012, erhält für sein unter anderem in der Kaulbach-Villa entstandenes Werk "Secularism and Religion in Nineteenth-Century Germany. The Rise of the Fourth Confession" (Cambridge University Press, New York, 2014, XV, 304 S.) den Jacques-Barzun-Preis für das beste kulturgeschichtliche Buch. Die renommierte Auszeichnung wird jedes Jahr von der American Philosophical Society, der 1743 von Benjamin Franklin gegründeten und damit ältesten Gelehrtenvereinigung der USA, vergeben. Die Preisverleihung findet im April 2018 statt. Todd Weir ist Professor für die Geschichte des Christentums und der modernen Kultur an der Universität Groningen (Niederlande).

Todd Weir war 2012 Honorary Fellow am Historischen Kolleg
Todd Weir war 2012 Honorary Fellow am Historischen Kolleg
Ausgezeichnet wird Weir für sein Buch über Säkularismus und Religion
Ausgezeichnet wird Weir für sein Buch über Säkularismus und Religion

"Der Reformator Martin Luther 2017" jetzt auch als Paperback

Pünktlich zum diesjährigen Reformationsjubiläum hat der Verlag De Gruyter/Oldenbourg den in der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“ als Hardcover publizierten Band „Der Reformator Martin Luther 2017. Eine wissenschaftliche und gedenkpolitische Bestandsaufnahme“ in einer kostengünstigen Paperback-Ausgabe herausgebracht. 16 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen darin ihre Forschungsergebnisse zum Reformator und zu dessen 500-jähriger Rezeptionsgeschichte vor. Das Werk geht auf eine Tagung zurück, die der bekannte Frühneuzeithistoriker und Luther-Biograf Heinz Schilling im Historischen Kolleg abgehalten hat.

Nach den Worten Schillings vollzieht der Band in doppelter Hinsicht eine radikale Historisierung: „Zum einen stellt er das Fremde des Reformationsjahrhunderts und die im Vergleich zu heute anderen Bedingungen des Denkens und Handelns Luthers und seiner Zeitgenossen heraus. Zum anderen versucht er, eine 500-jährige Rezeptionsgeschichte in archäologischen Schichten abzutragen, um zu Luther vorzustoßen, aber auch um die weltgeschichtlichen Auswirkungen zu verstehen.“ Damit, so der Herausgeber, trage das Buch dazu bei, die öffentliche Diskussion über die Reformation und deren Folgen auf eine geschichtswissenschaftliche Grundlage zu stellen.

„Der Reformator Martin Luther 2017. Eine wissenschaftliche und gedenkpolitische Bestandsaufnahme“ ist als Band 92 der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“ im Verlag De Gruyter/Oldenbourg erschienen. Eine Übersicht über die gesamte Reihe sowie zahlreiche Bände als pdf-Datei zum kostenlosen Herunterladen und Durchsuchen finden sich auf der Homepage des Historischen Kollegs.

Heinz Schilling (Hg.): Der Reformator Martin Luther 2017. Eine wissenschaftliche und gedenkpolitische Bestandsaufnahme. Berlin/Boston 2017, XVII, 309 S., ISBN 978-3-11-055499-1, 19,95 €

Der Band „Der Reformator Martin Luther 2017. Eine wissenschaftliche und gedenkpolitische Bestandsaufnahme“ ist nun in einer kostengünstigen Paperback-Ausgabe erschienen
Der Band „Der Reformator Martin Luther 2017. Eine wissenschaftliche und gedenkpolitische Bestandsaufnahme“ ist nun in einer kostengünstigen Paperback-Ausgabe erschienen

Jahresbericht 2015/2016 des Historischen Kollegs erschienen

Der Bericht über das 36. Kollegjahr ist erschienen. Auf 24 Seiten lässt das Historische Kolleg die Ereignisse des Jahres 2015/2016 Revue passieren. Neben Informationen zu den Fellows und zu dem im November 2016 an Karl Schlögel verliehenen Preis des Historischen Kollegs gibt die Publikation Auskunft über Tätigkeiten, Veranstaltungen, Berufungen, Auszeichnungen, Publikationen, Finanzierung, personelle Veränderungen und Kooperationen der Einrichtung. Zudem gewährt Dr. Korinna Schönhärl, Förderstipendiatin im Kollegjahr 2016/2017, in einem Interview Einblicke in ihr Forschungsprojekt ("Finanziers in Sehnsuchtsräumen. Europäische Banken und Griechenland im 19. Jahrhundert"), berichtet von ihren persönlichen Erlebnissen am Historischen Kolleg und erläutert, was sich in der Wissenschaft in Zukunft tun muss, damit mehr junge Eltern eine akademische Karriere anstreben. Der reich bebilderte Jahresbericht ist – wie alle Berichte seit 2002 – auf der Homepage des Historischen Kollegs zum kostenlosen Download abrufbar.

Der Jahresbericht 2015/2016 des Historischen Kollegs erschienen
Der Jahresbericht 2015/2016 des Historischen Kollegs erschienen

Neuerscheinung: Monarchische Herrschaft im Altertum

Ein Großteil der Staaten in der Antike waren Monarchien. Umso erstaunlicher ist es, dass bislang keine systematische epochen- und kulturverglei­chende Untersuchung dieses Phänomens existierte. Der neue Band aus der Reihe "Schriften des Histori­schen Kollegs. Kolloquien" schließt diese Lücke. Stefan Rebenich und 26 weitere ausgewiesene Spe­zialistinnen und Spezialisten nehmen die Allein­herr­schaft von Ägypten und dem Alten Orient über die griechisch-römische Antike bis in die Spätantike, das Frühmittelalter und die frühislamische Zeit in den Blick. Vergleichend werden das alte China und die Rezeptionsgeschichte betrachtet.

Der Band geht auf das Fachkolloquium "Monarchische Herrschaft im Altertum" zurück, das Professor Dr. Stefan Rebenich im Januar 2014 am Historischen Kolleg durchgeführt hat. Stefan Rebenich war im Kollegjahr 2013/2014 Senior Fellow des Historischen Kollegs München. Er ist Professor für Alte Geschichte und Rezeptionsgeschichte der Antike an der Universität Bern. Mittel für das Stipendium und das Kolloquium hat die Fritz Thyssen Stiftung zur Verfügung gestellt. Herausgegeben wurde der Kolloquiumsband 94 von Stefan Rebenich unter Mitarbeit von Dr. Johannes Wienand, der ab Oktober 2017 als Junior Fellow am Historischen Kolleg über "Die Politisierung des Todes: Die Epitaphios Logos im demokratischen Athen" forschen wird.

"Monarchische Herrschaft im Altertum" ist als Band 94 der Reihe "Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien" im Verlag De Gruyter/Oldenbourg erschienen. Eine Übersicht über die gesamte Reihe sowie zahlreiche Bände als pdf-Datei zum kostenlosen Herunterladen und Durchsuchen finden sich auf der Homepage des Historischen Kollegs.

 

Stefan Rebenich (Hg.): Monarchische Herrschaft im Altertum. Berlin/Boston 2017, XIII, 678 S. ISBN 978-3-11-046385-9, 139,95 €

Band 94 der Reihe "Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien" von Stefan Rebenich ist erschienen
Band 94 der Reihe "Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien" von Stefan Rebenich ist erschienen

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