Internationales Flüchtlingsrecht nach dem Zweiten Weltkrieg
- Herausgeber(in): Professor Dr. Annette Weinke
- Titel: Internationales Flüchtlingsrecht nach dem Zweiten Weltkrieg
- Untertitel: Konzepte, Akteure, Entwicklungslinien
- Reihe: Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien
- Bandnummer: 117
- Verlagsort: Berlin
- Erscheinungsjahr: 2026
- Umfang: IX, 262 S.
- ISBN: 978-3-11-166987-8
- Beschreibung:
Die Autoren und Autorinnen des Bandes beschäftigen sich mit den historischen Tiefendimensionen des modernen Flüchtlingsrechts und fragen nach den Gründen für dessen gewandelte Wahrnehmung in der jüngeren Vergangenheit. In den Blick genommen werden sowohl längere historische Entwicklungslinien als auch spezifische Knotenpunkte des internationalen Flüchtlingsschutzes im 20. und 21. Jahrhundert. Die zeitlichen und territorialen Schwerpunkte liegen auf dem politischen und rechtlichen Umgang mit Flüchtlingen im Europa der unmittelbaren Nachkriegszeit, während des Kalten Kriegs und nach dem Fall des so genannten Eisernen Vorhangs. Die Beiträge beleuchten die Auswirkungen von Verrechtlichung und Judizialisierung des modernen Flüchtlingsschutzes sowie dessen (Ent-)Territorialisierung im Zeitalter des Ost-West-Konflikts und der Dekolonisierung. Angesichts der Tatsache, dass es sich bei der Geschichte des modernen Flüchtlingsrechts um ein ebenso spezialisiertes wie disparates Wissensfeld handelt, das an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politikberatung und (Rechts-)Aktivismus angesiedelt ist, werden zudem disziplinäre und epistemische Selbstverständnisse der beteiligten Akteure näher in den Blick genommen.
- Inhalt:V VorwortIX AbkürzungenAnnette WeinkeEinleitung: Internationales Flüchtlingsrecht und internationaler Flüchtlingsschutz nach dem Zweiten Weltkrieg (S. 3–28)Jannis PanagiotidisStrategien der „Internationalisierung“ des deutschen Flüchtlingsproblems nach dem Zweiten Weltkrieg (S. 31-48)Sebastian GehrigFlüchtlinge als Sicherheitsrisiko im frühen Kalten Krieg (S. 49-63)Rotem GiladiEine „historische Verpflichtung“? Identität und Ideologie in Israels Haltung zur Flüchtlingskonvention 1951–1954 (S. 65-97)Patrick MerzigerDie Katastrophisierung der Welt. Bildberichterstattung über Flüchtende von den1950er-bis in die1980er-Jahre (S. 101-132)Fabian KloseDekolonisation als Katalysator des internationalen Flüchtlingsschutzes (S. 133-152)Jakob SchönhagenDas New York Protocol und die Ausweitung der internationalen Flüchtlingspolitik (S. 153-173)Agnes Bresselau von BressensdorfFlucht, Recht, Verantwortung: Humanitärer Interventionismus im Irak 1991 und die Entstehung der Responsibility to Protect (S. 177-195)Emmanuel ComteDas vereinigte Deutschland, die europäische Integration und die Entwicklung des Flüchtlingsrechts nach dem Ende des Kalten Kriegs (S. 197-217)Alma StankovicTo Protect or Not to Protect: Nationalstaatlicher Umgang mit Flüchtlingen aus dem früheren Jugoslawien (S. 219-256)Biografien der Autorinnen und Autoren (S. 257-259)Personenregister (S. 261-262)