Professor Dr. Johannes Wienand
Advanced Fellow im Kollegjahr 2026/2027Studium der Geschichte und Philosophie in Tübingen, Wien und Konstanz. 2010 Promotion in Konstanz. 2018 Habilitation in Düsseldorf. 2006–2011 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Konstanz und
Heidelberg, 2011–2018 Akademischer Rat in Düsseldorf. Seit 2018 Professor für Alte Geschichte an der TU Braunschweig. Sprecher des DFG-Netzwerks „Interner Krieg“. Johannes Wienand ist Stipendiat der Fritz Thyssen Stiftung.
Gefördertes Forschungsvorhaben
Panegyrik als Interferenzraum. Zur Vermessung monarchischer Autorität zwischen Antike und Mittelalter
Das Lob gesellschaftlicher Führungsfiguren gehört über Kulturen und Epochen hinweg zum Repertoire politischer Kommunikation. Es reicht von rhetorisch ausgefeilten Reden und Lobgedichten über bildliche Darstellungen bis zu Ehrengaben und Stiftungen. Diese Formen bilden soziale Ordnung nicht nur ab: Sie inszenieren Loyalität, formulieren Erwartungen an politische Führung und prägen die Grenzen ihrer Autorität. Das Projekt untersucht griechische und lateinische Herrscherpanegyrik vom 2. bis 7. Jahrhundert als Interferenzraum solcher Aushandlungen. Im Zentrum stehen höfische Aufführungen, Texte und Objekte sowie ihre Bedeutungswelten. Im Übergang von der Antike zum Mittelalter verbanden sich überkommene Formen des Herrscherlobs mit neuen Akteuren und Erwartungen. Panegyrik erscheint als Raum, in dem Autorität, Loyalität und Erwartungen an Herrschaft ausgehandelt werden.
Prof. Dr. Johannes Wienand