
Unzureichende Biografien: Deutsche Arbeiterinnen als “Arbeitsvertragsbrüchige” im Zweiten Weltkrieg
Vortrag von Prof. Dr. Elizabeth Harvey
Verstöße gegen die Arbeitsdisziplin – z.B. das unerlaubte Fernbleiben vom Arbeitsplatz – waren schon vor dem Zweiten Weltkrieg vom nationalsozialistischen Regime zur Straftat deklariert. Im Verlauf des Kriegs wurden diese Delikte von der Strafjustiz und der Gestapo verschärft geahndet. Unter den deutschen “Arbeitsvertragsbrüchigen”, die von der Strafjustiz verfolgt wurden, war der steigende Anteil von Frauen auffällig. Routinemäßig wurden sie zu Haftstrafen verurteilt. In diesem Vortrag stehen Gefangenenakten von verurteilten ‚Arbeitsbummelantinnen‘ im Mittelpunkt. Es geht zum einen darum, wie die NS-Kontrollinstanzen stereotype Defizite in den Biografien dieser Frauen konstruierten, zum anderen um die Möglichkeit, anhand solcher Quellen die Arbeitsverhältnisse und Strategien von deutschen Arbeiterinnen im Krieg auszuleuchten.
Einlass ist ab 18.30 Uhr bis maximal zum Veranstaltungsbeginn. Die Zahl der Sitzplätze ist begrenzt. Der Zugang zum Haus ist nicht barrierefrei.
Die Veranstaltungen werden mit Foto und Video dokumentiert. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich mit der Aufzeichnung und deren Nutzung im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Historischen Kollegs einverstanden.