Professor Dr. Miloš Vec

Honorary Fellow 2022/2023

Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Frankfurt sowie Law, Management Science sowie Computer Science an der University of Keele, Staffordshire. 1. und 2. juristisches Staatsexamen. Bis 2012 am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main und Lehre an der Goethe-Universität, ebenso wie an den Universitäten Bonn, Hamburg (Bucerius Law School), Konstanz, Lyon II, Tübingen und Vilnius. Habilitation für Neuere Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie, Rechtstheorie und Zivilrecht. Seit 2012 Professor für Europäische Rechts- und Verfassungsgeschichte an der Universität Wien. Fellow am Wissenschaftskolleg, Berlin, 2011/2012; Senior Global Hauser Fellow an der NYU in 2017; Permanent Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM), Wien, 2016–2020. Assoziiertes Mitglied des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Kontakt: milos.vec@historischeskolleg.de

 

Gefördertes Forschungsvorhaben

Western International Law, 1776–ca. 1870

Das Forschungsvorhaben widmet sich einer Geschichte des „westlichen“ Völkerrechts. Es ist Teil der Buchreihe „The Cambridge History of International Law“, und der Titel sowie die zeitlichen Eckdaten des Bandes sind offenkundig historiografische Herausforderungen. Sie bringen die Verflechtung von politischen Ereignissen, nationalem Verfassungsrecht und internationaler Ordnung zum Ausdruck, die aber vermutlich nicht für jedes Regulierungsfeld des Völkerrechts jener Zeit gleichermaßen plausibel sind. Es handelt sich einerseits um eine Epoche, die als Inkubationszeit des globalen Völkerrechts gilt: das Völkerrecht Europas, geprägt durch den Westfälischen Frieden, durch Naturrecht, Aufklärung und Absolutismus erweitert sich zu einem Welt-Völkerrecht. Dazu tragen auf ganz verschiedene, oft widersprüchliche Weise Vertragsregime bei, die eng mit Kapitalismus, Kolonialismus und Imperialismus verbunden sind. Zugleich darf aber auch dieser Westen keineswegs als monolithische Entität begriffen werden, sondern muss in seiner Pluralität erforscht werden.