Von den Quellen zur Biographie

Podiumsdiskussion

Mittwoch, 18. Juli 2018, 19:00 Uhr

Wenn Historiker/-innen sich mit der Lebensgeschichte einer Persönlichkeit befassen, stehen biographische Quellen wie Briefe, Memoiren oder Tagebücher im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Politiker/-innen und andere Prominente rechnen freilich mit diesem Interesse und wählen gezielt aus, welche Quellen erhalten werden sollen. Wie überall in der Geschichte wird Überlieferung dazu genutzt, falsche Fährten zu legen.
Zentral für die Arbeit von Historiker/-innen, um ein möglichst vollständiges Bild vom Denken und Handeln von Personen in der Geschichte zu erhalten, ist Quellenkritik. Darunter versteht man die Fähigkeit, das überlieferte Material zu prüfen, einzuordnen, zu bewerten, zu erschließen und schließlich zu veröffentlichen. Dies ist seit über hundert Jahren ein zentrales Arbeitsfeld der Historischen Kommission, die auf diese Weise gesicherte Grundlagen für vielfältige Fragen personenbezogener Forschung bereitstellt — heute zunehmend über das World Wide Web.
Um dem wissenschaftlichen Nachwuchs diese Fähigkeiten praxisnah zu vermitteln, bietet die Historische Kommission regelmäßig Workshops ("Editorenschulen") an. Denn: Ohne Quellenarbeit und ohne Quelleneditionen keine seriöse historische und biographische Forschung.

Über ihre Erfahrungen im Umgang mit biographischen Quellen und beim Verfassen von Biographien diskutieren:
STEFAN REBENICH, Professor für Alte Geschichte und Rezeptionsgeschichte der Antike in Bern, war u. a. im Kollegjahr 2013 / 2014 Forschungsstipendiat des Historischen Kollegs; er ist u. a. Autor von "Theodor Mommsen. Eine Biographie" (2002) sowie, gemeinsam mit Gisa Franke, Herausgeber der Edition "Theodor Mommsen und Friedrich Althoff. Briefwechsel 1882—1903" (2012).
CLAUDIA MÄRTL, Professorin für Mittelalterliche Geschichte mit dem Schwerpunkt Spätmittelalter an der LMU München, ist u. a. Autorin von "Kardinal Jean Jouffroy († 1473). Leben und Werk" (1996) sowie Ko-Herausgeberin von "Jakob Philipp Fallmerayer (1790—1861). Der Gelehrte und seine Aktualität im 21. Jahrhundert" (2013).
MAGNUS BRECHTKEN, stellvertretender Direktor des Instituts für Zeitgeschichte in München, ist u. a. Autor von "Albert Speer. Eine deutsche Karriere" (2017) sowie Herausgeber des Bandes "Life Writing and Political Memoir — Lebenszeugnisse und Politische Memoiren" (2012).
JOHAN SCHLOEMANN (MODERATION) ist Redakteur im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung.

Veranstaltungsflyer

Veranstaltungsort:
Historisches Kolleg, Kaulbachstr. 15, 80539 München

Eine Anmeldung ist erforderlich.

Der Einlass beginnt um 18:30 Uhr und endet spätestens mit Veranstaltungsbeginn. Der Zugang ist nicht barrierefrei.

Die Veranstaltung wird mit Foto und Video dokumentiert. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich mit der Aufzeichnung und deren Nutzung einverstanden.

Die Veranstaltung ist eine Gastveranstaltung der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen des Kompetenzverbunds Historische Wissenschaften München.