Professor Dr. Andreas Rödder

Professor Dr. Andreas Rödder
Professor Dr. Andreas Rödder

Honorary Fellow 2017/2018

Andreas Rödder, geb. 1967, studierte Geschichte und Germanistik in Bonn und Tübingen, wurde 1995 in Bonn mit einer Dissertation über „Julius Curtius und die deutsche Außenpolitik 1929–1931“ promoviert und habilitierte sich 2001 an der Universität Stuttgart mit einer Arbeit über die politische Kultur der britischen Konservativen 1846–1868. Seit 2005 ist er ordentlicher Professor für Neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er war Stipendiat am Historischen Kolleg in München, Gastprofessor an der Brandeis University, Boston, MA und Gastprofessor an der London School of Economics.

Rödder hat fünf Monographien verfasst, darunter den Oldenbourg Grundriss der Geschichte über „Die Bundesrepublik Deutschland 1969–1990“ (2004), „Deutschland einig Vaterland. Die Geschichte der deutschen Wiedervereinigung“ (2009) sowie „21.0. Eine kurze Geschichte der Gegenwart“ (2015). Er ist u.a. Mitherausgeber der Historischen Zeitschrift, Mitglied des Fachkollegiums Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftlichen Leitung der Dokumente zur Deutschlandpolitik sowie der Wissenschaftlichen Beiräte des Instituts für Zeitgeschichte München/Berlin und des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Bonn/Leipzig.
Kontakt: andreas.roedder@historischeskolleg.de

 

Gefördertes Forschungsvorhaben

Wer hat Angst vor Deutschland? Ein Spiegelkabinett europäischer Wahrnehmungen seit 1870

Wenn der deutsche Staatssekretär Bernhard von Bülow 1897 sagte, "wir verlangen auch unseren Platz an der Sonne", dann mochte er das "auch" unterstreichen – der britische Diplomat Eyre Crowe argwöhnte, Deutschland maße sich das Recht an, "den Vorrang der deutschen Ideale zu etablieren." Und während die Deutschen sich im 21. Jahrhundert als solidarische Europäer fühlten, wurde Deutschland in der Euro-Schuldenkrise als herzloser Hegemon kritisiert.

"Wer hat Angst vor Deutschland" möchte zwei Geschichten miteinander verbinden. Die eine ist die Strukturgeschichte der deutschen Stärke in Europa von der "halbhegemonialen Stellung" des Deutschen Kaiserreichs (Ludwig Dehio) bis zur Rolle der Bundesrepublik in der Europäischen Union nach dem Brexit. Die andere ist die Perzeptionsgeschichte der Spannungen zwischen deutschen Selbstbildern und Außenwahrnehmungen von Deutschland. Was die Deutschen für ihr gutes Recht oder ihre moralische Pflicht hielten, verstanden die anderen als deutsches Vormachtstreben und als Bedrohung. Das Buch möchte verschiedene historische Muster aufzeigen – und nach ihrer aktuellen Bedeutung und ihren Konsequenzen für die Gegenwart fragen.

Vortrag

Wer hat Angst vor Deutschland? Ein Spiegelkabinett europäischer Wahrnehmungen seit 1870

 

Förderstipendiat 2001/2002

Gefördertes Forschungsvorhaben
Die Bundesrepublik Deutschland 1969–1990 (= Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Bd. 19A). München 2004

Vortrag
"Durchbruch im Kaukasus"? Die deutsche Wiedervereinigung und die Zeitgeschichtsschreibung. In: Jahrbuch des Historischen Kollegs 2002, S. 113–140.
Digitale Version im Jahrbuch des Historischen Kollegs 2002