Aktuelles

Simone Derix erhält Carl-Erdmann-Preis

Simone Derix ist vom Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands mit dem Carl-Erdmann-Preis ausgezeichnet worden. Die Neuzeithistorikerin, die 2013/2014 Förderstipendiatin am Historischen Kolleg war, wurde für ihre Habilitation "Die Thyssens. Familie und Vermögen" geehrt.

Simone Derix nehme in ihrer Studie das ganze Spektrum der Beteiligten im Zusammenspiel von Familie und Vermögen der Familie Thyssen in den Blick – von den Familienangehörigen über die Hausangestellten bis hin zu den Rechts- und Finanzberatern, so die Juroren. "Vermögen" stelle den zentralen Schlüssel für das Leben der Thyssens seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts dar: Es habe extravagante Lebensweisen ermöglicht, sei aber auch Ausgangspunkt heftiger Konflikte innerhalb der Familie gewesen. Derix gelinge es, aufzuzeigen, welche Strategien die Familie entwickelt habe, um ihr Vermögen international möglichst unsichtbar zu streuen. Damit hätten die Thyssens Praktiken vorweggenommen, die dem globalen Finanzkapitalismus der Gegenwart ähnelten, so das Urteil der Auswahlkommission.

Simone Derix wurde mit der unter anderem am Historischen Kolleg entstandenen Arbeit im Jahr 2014 an der Ludwig-Maximilians-Universität München habilitiert. Sie vertritt derzeit die Professur für Neueste Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt. Der mit 6.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre für herausragende Habilitationen vergeben. 2014 erhielt bereits Elke Seefried, ebenfalls eine Förderstipendiatin des Historischen Kollegs, den renommierten Preis.

Simone Derix wird ihre preisgekrönte Studie am 5. Dezember um 19 Uhr im Historischen Kolleg präsentieren. Auf der in der Kaulbach-Villa stattfindenden Lesung in Kooperation mit der Fritz Thyssen Stiftung, der Gerda Henkel Stiftung und dem Historischen Seminar der LMU diskutiert die Autorin mit Joachim Käppner (Süddeutsche Zeitung).

Simone Derix erhält den Carl-Erdmann-Preis 2016
Simone Derix erhält den Carl-Erdmann-Preis 2016

Historisches Kolleg präsentiert sich mit dem Kompetenzverbund auf dem 51. Deutschen Historikertag

Erstmals war das Historische Kolleg zusammen mit den anderen Einrichtungen des Kompetenzverbunds Historische Wissenschaften München auf dem diesjährigen Historikertag vertreten. An einem Stand präsentierten sich die zehn Kooperationspartner der in Hamburg versammelten Fachöffentlichkeit. Der Historikertag, der mit über 3.500 Teilnehmern als größter geisteswissenschaftlicher Kongress Europas gilt, bot Gelegenheit, den Bekanntheitsgrad des Kompetenzverbunds und seiner Einrichtungen zu steigern. So führten die Mitarbeiter am Stand zahlreiche Gespräche, standen für Fragen zur Verfügung und verteilten Informationsmaterialien.

Zum Thema des Historikertages erschien eine Ausgabe der Zeitschrift Akademie aktuell der BAdW. In dem Heft, das den Tagungstaschen beilag, stellen sich die Einrichtungen des Kompetenzverbundes jeweils mit einschlägigen Forschungsbeiträgen vor. Für das Historische Kolleg gab Forschungsstipendiat Hans-Ulrich Wiemer darin Einblick in seine Untersuchungen zur Bikonfessionalität im spätantiken gotischen Königreich in Italien. Der Kompetenzverbund nutzte auf dem Historikertag die Chance, die vielfältigen, hochkarätigen historischen Forschungsprojekte und außeruniversitären Einrichtungen in München vorzustellen.

Das Historisches Kolleg präsentierte sich mit dem Kompetenzverbund auf dem 51. Deutschen Historikertag in Hamburg
Das Historisches Kolleg präsentierte sich mit dem Kompetenzverbund auf dem 51. Deutschen Historikertag in Hamburg

Tag des offenen Denkmals 2016: Überwältigender Andrang

Fast 2000 Gäste nutzten am Sonntag, den 11. September 2016, die Gelegenheit, den Garten des Historischen Kollegs zu besichtigen. In 11 Führungen informierten sich zudem etwa 750 Besucher über die Geschichte des Hauses und seine derzeitige Nutzung. Bei herrlichem Sonnenschein war der Tag des offenen Denkmals ein voller Erfolg.

Großer Andrang beim Tag des offenen Denkmals im Historischen Kolleg
Tag des offenen Denkmals

Homepage des "Kompetenzverbunds Historische Wissenschaften München" online

Seit dem 19. Jahrhundert ist München ein Zentrum der historischen Grundlagenforschung. Der 2014 gegründete "Kompetenzverbund Historische Wissenschaften München" knüpft in einem neuen, digitalen Zeitalter an diese Tradition an.

Zum einen führt der Kompetenzverbund selbst große, öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen durch und erweitert dadurch aktuelle politische und gesellschaftliche Debatten um eine historische Dimension. Zum anderen findet unter seinem Dach eine noch stärkere Vernetzung der wissenschaftlichen Tätigkeit der ihm angehörenden Einrichtungen statt. Einen besonderen Schwerpunkt stellen dabei die digitalen Aktivitäten dar – etwa bei der Arbeit mit Normdaten oder im editorischen Bereich.

Mit einer eigenen Homepage macht der "Kompetenzverbund Historische Wissenschaften München" jetzt auf Projekte, digitale Angebote und insbesondere die zahlreichen wissenschaftlichen Veranstaltungen der beteiligten Einrichtungen aufmerksam. Dieser erste Überblick über die Institutionen und deren Aktivitäten findet sich unter: http://www.khw-muenchen.de

Der Kompetenzverbund fördert die Zusammenarbeit der historischen Forschungseinrichtungen und stärkt so den Wissenschaftsstandort München. Kooperationspartner sind die Bayerische Akademie der Wissenschaften, die Bayerische Staatsbibliothek, das Collegium Carolinum, die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, das Historische Kolleg, die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, die Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, die Monumenta Germaniae Historica sowie als assoziierte Partner das Institut für Zeitgeschichte und die Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU München.

Forschungspreis 2017 ausgeschrieben

Die Max Weber Stiftung (MWS) – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland und das Historische Kolleg schreiben für das Jahr 2017 bereits zum dritten Mal ihren Internationalen Forschungspreis aus. Der Preis würdigt herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Gastländern bzw. Gastregionen der Institute der Max Weber Stiftung, die wesentliche Beiträge zu einer international ausgerichteten geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschung geleistet haben. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert.

Mit dem Preis verbunden ist die freibleibende Einladung zu einem Forschungsaufenthalt in München und zur Durchführung eines internationalen Kolloquiums am Historischen Kolleg in München.

Nominierungsberechtigt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Forschungseinrichtungen in Deutschland. Nominiert werden können Akademikerinnen und Akademiker mit internationaler Reputation und einschlägiger Forschungstätigkeit, deren wissenschaftliche Verortung sowie deren Lebensmittelpunkt in einem Gastland bzw. einer Gastregion der MWS-Institute liegen. Die Bewerbungsfrist für eine Nominierung endet am 15. November 2016.

Bisherige Preisträger waren die US-amerikanische Historikerin Isabel V. Hull und der französische Kunsthistoriker und Philosoph Georges Didi-Huberman.

Die Preisträgerin/der Preisträger wird von einer paritätisch besetzten Jury der Max Weber Stiftung und des Historischen Kollegs ausgewählt.

Informationen finden Sie auf der Homepage der Max Weber Stiftung.

Karl Schlögel erhält den Preis des Historischen Kollegs 2016

Mit dem Preis des Historischen Kollegs wird in diesem Jahr Karl Schlögel ausgezeichnet. Er erhält die Auszeichnung vornehmlich für sein Buch "Terror und Traum – Moskau 1937" (Hanser Verlag, München 2008). Das Buch erschien in mehreren Auflagen und wurde auch ins Englische, Russische, Polnische, Litauische, Schwedische, Niederländische und Spanische übersetzt. Der zum zwölften Mal verliehene Preis ist mit 30.000 Euro dotiert und hat sich als der deutsche Historikerpreis etabliert.

Das Jahr 1937 markiert den Höhepunkt des Terrors in der Sowjetunion. In seinem Buch entwickelt Schlögel ein Panorama Moskaus zwischen zaristischer Vergangenheit, Revolution, Aufbruch in die Moderne und stalinistischem Terror. So unterschiedliche Ereignisse wie der hundertste Geburtstag von Puschkin, die Eröffnung des Gorkji-Kultur- und Erholungsparks, Filmpremieren, Schauprozesse und Massenerschießungen werden in Episoden, funkelnden Miniaturen, miteinander verwoben. In besonderer Weise Walter Benjamin, diesem Denker der räumlichen Imagination, verpflichtet, hat Schlögel in diesem Werk wie auch in seinem Buch "Im Raume lesen wir die Zeit" (Hanser Verlag, München 2003) die Geschichtsschreibung methodisch bereichert. Der Raum steht auch im Zentrum des Sammelbandes, der die Ergebnisse seines Forschungskolloquiums am Historischen Kolleg (2005/2006) zusammenfasst: "Mastering Russian Spaces. Raum und Raumbewältigung als Probleme der russischen Geschichte" (pdf des Bandes).

1948 im Allgäu geboren, lehrte Schlögel von 1990 bis 1994 Osteuropäische Geschichte an der Universität Konstanz und von 1995 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2013 an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Er ist gleichermaßen Gelehrter, glänzender Stilist und "public intellectual". Daher haben ihn die russische Annexion der Krim und die seither krisenhafte Situation in der Ukraine veranlasst, sich erneut intensiv mit der Geschichte der Ukraine zu befassen. Daraus ist das Buch "Entscheidung in Kiew. Ukrainische Lektionen" (Hanser Verlag, München 2015) entstanden. Aktuell arbeitet Karl Schlögel als Fellow der Carl Friedrich von Siemens Stiftung in München an dem Werk "Museum der Sowjetzivilisation".

Die Dotierung des alle drei Jahre verliehenen Preises des Historischen Kollegs, der sich als der deutsche Historikerpreis etabliert hat, stellt 2016 bereits zum dritten Mal die "Alfred und Cläre Pott-Stiftung" zur Verfügung. Mit dem Preis wurden seit 1983 der Althistoriker Alfred Heuß, die Mediävisten Arno Borst und Johannes Fried, die Neuzeithistoriker Reinhart Koselleck, Thomas Nipperdey und Wolfgang Reinhard sowie der Ägyptologe und Kulturhistoriker Jan Assmann ausgezeichnet. Zuletzt erhielten den Historikerpreis der Wirtschafts- und Sozialhistoriker Michael Mitterauer (2004), die Neuzeithistoriker Gerhard A. Ritter (2007) und Christopher Clark (2010) sowie die Frühneuzeithistorikerin Barbara Stollberg-Rilinger (2013).

Die Verleihung des Preises findet am 11. November 2016 im Rahmen einer Festveranstaltung in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München statt.

Dokumentationen aller bisherigen Preisverleihungen können auf der Homepage des Historischen Kollegs abgerufen werden.

Der Träger des Preises des Historischen Kollegs 2016, Karl Schlögel © Peter-Andreas Hassiepen
Der Träger des Preises des Historischen Kollegs 2016, Karl Schlögel © Peter-Andreas Hassiepen

Jahresbericht 2014/2015 des Historischen Kollegs erschienen

Der Jahresbericht für das Jahr 2014/2015 ist erschienen. Auf 24 Seiten stellt das Historische Kolleg darin seine Stipendiatinnen und Stipendiaten vor und lässt das vergangene Kollegjahr Revue passieren. Neben Informationen zu Tätigkeiten, Veranstaltungen, Berufungen, Auszeichnungen, Publikationen, Finanzierung, personellen Veränderungen und Kooperationen der Einrichtung findet sich in der Veröffentlichung erstmals ein Interview. Professor Dr. Hans-Ulrich Wiemer, Forschungsstipendiat im Kollegjahr 2015/2016, berichtet darin, wie er seine Liebe zur Alten Geschichte entdeckte, was sein Thema – die Geschichte der Goten – uns heute sagen kann und warum er sich um ein Fellowship am Historischen Kolleg beworben hat. Der reich bebilderte Jahresbericht steht – wie alle Berichte seit 2002 – auf der Homepage des Historischen Kollegs zum Download zur Verfügung.

Der Jahresbericht des Historischen Kollegs 2014/2015
Der Jahresbericht des Historischen Kollegs 2014/2015

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