Aktuelles

Homepage des "Kompetenzverbunds Historische Wissenschaften München" online

Seit dem 19. Jahrhundert ist München ein Zentrum der historischen Grundlagenforschung. Der 2014 gegründete "Kompetenzverbund Historische Wissenschaften München" knüpft in einem neuen, digitalen Zeitalter an diese Tradition an.

Zum einen führt der Kompetenzverbund selbst große, öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen durch und erweitert dadurch aktuelle politische und gesellschaftliche Debatten um eine historische Dimension. Zum anderen findet unter seinem Dach eine noch stärkere Vernetzung der wissenschaftlichen Tätigkeit der ihm angehörenden Einrichtungen statt. Einen besonderen Schwerpunkt stellen dabei die digitalen Aktivitäten dar – etwa bei der Arbeit mit Normdaten oder im editorischen Bereich.

Mit einer eigenen Homepage macht der "Kompetenzverbund Historische Wissenschaften München" jetzt auf Projekte, digitale Angebote und insbesondere die zahlreichen wissenschaftlichen Veranstaltungen der beteiligten Einrichtungen aufmerksam. Dieser erste Überblick über die Institutionen und deren Aktivitäten findet sich unter: http://www.khw-muenchen.de

Der Kompetenzverbund fördert die Zusammenarbeit der historischen Forschungseinrichtungen und stärkt so den Wissenschaftsstandort München. Kooperationspartner sind die Bayerische Akademie der Wissenschaften, die Bayerische Staatsbibliothek, das Collegium Carolinum, die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, das Historische Kolleg, die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, die Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, die Monumenta Germaniae Historica sowie als assoziierte Partner das Institut für Zeitgeschichte und die Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU München.

Forschungsförderpreis 2017 ausgeschrieben

Die Max Weber Stiftung (MWS) – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland und das Historische Kolleg schreiben für das Jahr 2017 bereits zum dritten Mal ihren Internationalen Forschungspreis aus. Der Preis würdigt herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Gastländern bzw. Gastregionen der Institute der Max Weber Stiftung, die wesentliche Beiträge zu einer international ausgerichteten geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschung geleistet haben. Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert.

Mit dem Preis verbunden ist die freibleibende Einladung zu einem Forschungsaufenthalt in München und zur Durchführung eines internationalen Kolloquiums am Historischen Kolleg in München.

Nominierungsberechtigt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Forschungseinrichtungen in Deutschland. Nominiert werden können Akademikerinnen und Akademiker mit internationaler Reputation und einschlägiger Forschungstätigkeit, deren wissenschaftliche Verortung sowie deren Lebensmittelpunkt in einem Gastland bzw. einer Gastregion der MWS-Institute liegen. Die Bewerbungsfrist für eine Nominierung endet am 15. November 2016.

Bisherige Preisträger waren die US-amerikanische Historikerin Isabel V. Hull und der französische Kunsthistoriker und Philosoph Georges Didi-Huberman.

Die Preisträgerin/der Preisträger wird von einer paritätisch besetzten Jury der Max Weber Stiftung und des Historischen Kollegs ausgewählt.

Informationen finden Sie auf der Homepage der Max Weber Stiftung.

Karl Schlögel erhält den Preis des Historischen Kollegs 2016

Mit dem Preis des Historischen Kollegs wird in diesem Jahr Karl Schlögel ausgezeichnet. Er erhält die Auszeichnung vornehmlich für sein Buch "Terror und Traum – Moskau 1937" (Hanser Verlag, München 2008). Das Buch erschien in mehreren Auflagen und wurde auch ins Englische, Russische, Polnische, Litauische, Schwedische, Niederländische und Spanische übersetzt. Der zum zwölften Mal verliehene Preis ist mit 30.000 Euro dotiert und hat sich als der deutsche Historikerpreis etabliert.

Das Jahr 1937 markiert den Höhepunkt des Terrors in der Sowjetunion. In seinem Buch entwickelt Schlögel ein Panorama Moskaus zwischen zaristischer Vergangenheit, Revolution, Aufbruch in die Moderne und stalinistischem Terror. So unterschiedliche Ereignisse wie der hundertste Geburtstag von Puschkin, die Eröffnung des Gorkji-Kultur- und Erholungsparks, Filmpremieren, Schauprozesse und Massenerschießungen werden in Episoden, funkelnden Miniaturen, miteinander verwoben. In besonderer Weise Walter Benjamin, diesem Denker der räumlichen Imagination, verpflichtet, hat Schlögel in diesem Werk wie auch in seinem Buch "Im Raume lesen wir die Zeit" (Hanser Verlag, München 2003) die Geschichtsschreibung methodisch bereichert. Der Raum steht auch im Zentrum des Sammelbandes, der die Ergebnisse seines Forschungskolloquiums am Historischen Kolleg (2005/2006) zusammenfasst: "Mastering Russian Spaces. Raum und Raumbewältigung als Probleme der russischen Geschichte" (pdf des Bandes).

1948 im Allgäu geboren, lehrte Schlögel von 1990 bis 1994 Osteuropäische Geschichte an der Universität Konstanz und von 1995 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2013 an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Er ist gleichermaßen Gelehrter, glänzender Stilist und "public intellectual". Daher haben ihn die russische Annexion der Krim und die seither krisenhafte Situation in der Ukraine veranlasst, sich erneut intensiv mit der Geschichte der Ukraine zu befassen. Daraus ist das Buch "Entscheidung in Kiew. Ukrainische Lektionen" (Hanser Verlag, München 2015) entstanden. Aktuell arbeitet Karl Schlögel als Fellow der Carl Friedrich von Siemens Stiftung in München an dem Werk "Museum der Sowjetzivilisation".

Die Dotierung des alle drei Jahre verliehenen Preises des Historischen Kollegs, der sich als der deutsche Historikerpreis etabliert hat, stellt 2016 bereits zum dritten Mal die "Alfred und Cläre Pott-Stiftung" zur Verfügung. Mit dem Preis wurden seit 1983 der Althistoriker Alfred Heuß, die Mediävisten Arno Borst und Johannes Fried, die Neuzeithistoriker Reinhart Koselleck, Thomas Nipperdey und Wolfgang Reinhard sowie der Ägyptologe und Kulturhistoriker Jan Assmann ausgezeichnet. Zuletzt erhielten den Historikerpreis der Wirtschafts- und Sozialhistoriker Michael Mitterauer (2004), die Neuzeithistoriker Gerhard A. Ritter (2007) und Christopher Clark (2010) sowie die Frühneuzeithistorikerin Barbara Stollberg-Rilinger (2013).

Die Verleihung des Preises findet am 11. November 2016 im Rahmen einer Festveranstaltung in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München statt.

Dokumentationen aller bisherigen Preisverleihungen können auf der Homepage des Historischen Kollegs abgerufen werden.

Der Träger des Preises des Historischen Kollegs 2016, Karl Schlögel © Peter-Andreas Hassiepen
Der Träger des Preises des Historischen Kollegs 2016, Karl Schlögel © Peter-Andreas Hassiepen

Jahresbericht 2014/2015 des Historischen Kollegs erschienen

Der Jahresbericht für das Jahr 2014/2015 ist erschienen. Auf 24 Seiten stellt das Historische Kolleg darin seine Stipendiatinnen und Stipendiaten vor und lässt das vergangene Kollegjahr Revue passieren. Neben Informationen zu Tätigkeiten, Veranstaltungen, Berufungen, Auszeichnungen, Publikationen, Finanzierung, personellen Veränderungen und Kooperationen der Einrichtung findet sich in der Veröffentlichung erstmals ein Interview. Professor Dr. Hans-Ulrich Wiemer, Forschungsstipendiat im Kollegjahr 2015/2016, berichtet darin, wie er seine Liebe zur Alten Geschichte entdeckte, was sein Thema – die Geschichte der Goten – uns heute sagen kann und warum er sich um ein Fellowship am Historischen Kolleg beworben hat. Der reich bebilderte Jahresbericht steht – wie alle Berichte seit 2002 – auf der Homepage des Historischen Kollegs zum Download zur Verfügung.

Der Jahresbericht des Historischen Kollegs 2014/2015
Der Jahresbericht des Historischen Kollegs 2014/2015

Neuerscheinung: Die Psychiatrie an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert

Die Grenzen zwischen "krank" und "gesund" sind fließend und unterliegen dem zeitlichen Wandel. Dies zeigt sich exemplarisch an der Pathologisierung von moderner Kunst, unangepassten sozialen Verhaltensweisen oder normabweichenden sexuellen Neigungen, wie sie im ausgehenden 19. Jahrhundert zunehmend anzutreffen war. In dieser Zeit um die Jahrhundertwende erfuhr auch das Fach "Psychiatrie" einen Aufschwung.

Der neue Band aus der Reihe "Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien" beschäftigt sich mit der Geschichte sowie der Konstruktion des "Wahnsinns" und nimmt dabei auch die Praxis und Funktion von psychiatrischen Versorgungseinrichtungen um 1900 in den Blick. In vierzehn Aufsätzen eröffnen Heinz-Peter Schmiedebach und sechzehn weitere Medizin-, Psychiatrie- und Wissenschaftshistoriker sowie Kulturwissenschaftler und Ärzte multiperspektivische Einblicke in die Entstehungsphase der modernen Psychiatrie.

"Entgrenzungen des Wahnsinns. Psychopathie und Psychopathologisierungen um 1900" ist als Band 93 der Reihe "Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien" im Verlag De Gruyter/Oldenbourg erschienen. Er geht auf das internationale Kolloquium „Entgrenzungen des Wahnsinns – Psychopathie und Psychopathologisierung in urbanen und provinziellen öffentlichen Räumen“ zurück, das Professor Dr. Heinz-Peter Schmiedebach im Frühjahr 2014 am Historischen Kolleg durchgeführt hat. Heinz-Peter Schmiedebach war im Kollegjahr 2013/2014 Senior Fellow des Historischen Kollegs München. Er ist Medizinhistoriker und seit 2015 Professor für Medical Humanities an der Berliner Charité. Das Kolloquium wurde von der DFG-Forschergruppe "Kulturen des Wahnsinns" gefördert.

Band 93 der Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien: Heinz-Peter Schmiedebach (Hg.), Entgrenzungen des Wahnsinns
Band 93 der Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien: Heinz-Peter Schmiedebach (Hg.), Entgrenzungen des Wahnsinns

"Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien" online

Das Historische Kolleg hat jetzt die überwiegende Zahl seiner Publikationen ins Netz gestellt: Die meisten Bände der renommierten Reihe "Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien" sind ab sofort kostenlos online verfügbar.

Damit macht das Historische Kolleg den Forschungsertrag der wissenschaftlichen Tagungen seiner Fellows digital zugänglich. Insgesamt 84 der derzeit 92 Kolloquiumsbände können auf der Homepage des Historischen Kollegs als pdf-Dateien aufgerufen, durchsucht bzw. heruntergeladen werden.

Das Themenspektrum reicht von den "Anfängen politischen Denkens in der Antike" über "Gastfreundschaft, Taverne und Gasthaus im Mittelalter" und "Alternativen zur Reichsverfassung in der Frühen Neuzeit" bis hin zu "Strukturmerkmalen der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts". In den zwischen 1982 und 2012 von den Forschungsstipendiaten des Historischen Kollegs herausgegebenen Bänden finden sich Aufsätze von Fachwissenschaftlern aus der ganzen Welt. In den kommenden Jahren werden sukzessive weitere Bände der Schriften des Historischen Kollegs online gestellt.

Außerdem sind sämtliche Broschüren aus den Serien "Schriften des Historischen Kollegs. Vorträge" und "Schriften des Historischen Kollegs. Dokumentationen" – darunter alle Verleihungen des Preises des Historischen Kollegs seit 1983 – auf der Homepage als pdf eingestellt.

Die meisten Bände der renommierten Reihe "Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien" sind ab sofort kostenlos online verfügbar
Die meisten Bände der renommierten Reihe Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien sind ab sofort kostenlos online verfügbar

Folgen Sie dem Historischen Kolleg auch bei facebook.